12. August 2010
Der weiseste Richter seit Salomon
Die Hauptrolle: Andreas Buske, Vorsitzender Richter am Landgericht Hamburg in Sachen Medienkontrolle
Die Vorgeschichte: "Super Illu" darf nicht mehr die Meinung vertreten, dass für Michael Ballack mit seiner Verletzung auch das Karriere-Aus gekommen ist. Der weiseste Richter seit Salomon entschied: Das ist keine Meinung, sondern eine Tatsachenbehauptung. Und gehört deswegen seit dem 10. August 2010 verboten.
Die weitere Entwicklung:
Nach dem 2 : 2-Patzer von Tim Wiese im Freundschaftsspiel gegen Dänemark vertritt Bundestrainer Löw die Meinung: "Bei Spielen der Nationalelf gehört der Wiese nicht auf den Rasen." Wiese klagt, bekommt Recht. Andreas Buske begleitet den Torhüter beim nächsten Spiel der Nationalelf in die Kabine und setzt per einstweiliger Verfügung den Einsatz von Wiese durch.
Neuer und Butt fordern daraufhin von Löw die gleiche Meinungsäußerung. Gefordert, geschehen. Andreas Buske entscheidet entsprechend. Bei Spielen der Nationalelf stehen fortan drei Torhüter zwischen den Pfosten. Die FIFA passt die Regeln an. Italien spielt nach der Regeländerung nur noch mit Torhütern.
Ein Kardinal aus Köln vertritt bei der Messe am Heiligen Abend die Meinung, dass Jesus für die Sünden der Menschen gestorben ist. Die seien somit von ihm vergeben. Dagegen klagt die evangelische Kirche, bekommt Recht. Da beim Kardinal Wiederholungsgefahr besteht, wird ihm nicht nur die Tatsachenbehauptung über Jesus und die Sündenvergebung verboten, auch der Heilige Abend darf in der katholischen Kirche des Rheinlandes nicht mehr gefeiert werden. Dagegen klagt der Kardinal. Und bekommt ebenfalls Recht. Heilig Abend wird bundesweit verboten.
Ein Mineralwasserhersteller vertritt die Meinung, dass sein Wasser besonders gesund sei. Dagegen klagt eine Bierbrauerei, bekommt Recht. Der Mineralwasserhersteller muss zukünftig stets darauf hinweisen, dass auch Bier gesund ist. Dagegen klagt eine Weinkellerei, bekommt Recht. Andreas Buske bietet bei seinen Verhandlungen keine Getränke mehr an. Dagegen klagt das Landgericht in Köln, bekommt Recht. In Deutschland wird das Trinken in allen Gerichtsgebäuden verboten. Der Flüssigkeitsverlust führt bei Richterinnen und Richtern, bei Gerichtsdienerinnen und Gerichtsdienern zu einer Senkung der Lebenserwartung. Dagegen klagen weder Bestattungsunternehmen noch die Rentenversicherung.
Diese Entwicklungen rufen den Verfassungsschutz auf den Plan. Der ernennt Andreas Buske zum weisesten Richter seit Salomon. Dagegen klagen alle anderen Richterinnen und Richter.Und haben Unrecht.
21. Januar 2011
Jetzt muss ich diesen Richter auch einmal loben
Und zwar deswegen
17. April 2011
Buske weist Klage ab
Und zwar deswegen
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Sonntag, 17. April 2011
Sonntag, 18. Juli 2010
WM-Tagebuch
18. Juli 2010
Noch ein WM-Fall: Bundespräsident zu dicht an der Nationalelf
Hier lesen
10. Juli 2010
Kann man so den Bundestrainer beleidigen?
"Was darf Satire?" fragt die "Hamburger Morgenpost" und behauptet, die ARD habe Bundestrainer Joachim Löw beleidigt. Der lasse nun juristische Schritte prüfen.
Kurt Tucholskys Antwort auf die Frage, was Satire darf, lautet "Alles!" Schon kommt ein Aber. Nicht als Widerspruch zu des Dichters Auffassung, sondern sozusagen zur Qualitätsprüfung.
Bereits bei der WM 2006 hat der öffentlich-rechtliche Radiosender 1Live die Geschmacksnerven mit einem WM-Tagebuch von Lukas Podolski überstrapaziert. In unsäglichen Beiträgen sollten die sprachlichen Fähigkeiten des Nationalspielers durch den Kakao gezogen werden - was dabei heraus kam, war aber kein Genuss, sondern nur für den...
Da wir seit Helmut Kohl wissen, dass nur wichtig ist, was hinten dabei herauskommt, sei zitiert, was 1Live am 5. Juli 2010 abgesondert hat. Dies: „Ich bin Linksaußen. Meistens spiel' ich nach vorn, außer wenn Jogi sagt: ,Lukas, du musst auch mal hinten helfen.‘ Dann sag ich meistens: ,Ey, Babykaschmir, ich helf' dir gleich hinten. Aber warum muss ich dir eigentlich hinten helfen? Hat Hansi Flick wieder Migräne, oder was?"
Vor vier Jahren hat Lukas Podolski die Gerichte bemüht - doch er mühte sich vergeblich. Aus unerfindlichen Gründen reklamierte die ARD für derartigen Scheiß die Kunstfreiheit. Und bekam Recht. Aber aus einem eher peinlichen Grund. Der lautete: Der Versuch, Lukas Podolski lächerlich zu machen, war aus qualitativen Gründen in die Hose gegangen.
Eine weise Entscheidung. Die sich Joachim Löw in Erinnerung rufen sollte. Wer bei diesen WM-Tagebüchern auch nur an Satire denkt, der man außerdem nichts verbieten darf, beleidigt alle, die dieses Stilmittel noch beherrschen.
Ein Satiriker stellt die Wirklichkeit auf den Kopf, damit sie auf die Beine kommt. Zu dieser Wirklichkeit gehört: Gerichte müssen sich schon oft genug mit dem beschäftigen, was hinten dabei herauskommt. Joachim Löw muss da nichts mehr hinzu tun...
Noch ein WM-Fall: Bundespräsident zu dicht an der Nationalelf
Hier lesen
10. Juli 2010
Kann man so den Bundestrainer beleidigen?
"Was darf Satire?" fragt die "Hamburger Morgenpost" und behauptet, die ARD habe Bundestrainer Joachim Löw beleidigt. Der lasse nun juristische Schritte prüfen.
Kurt Tucholskys Antwort auf die Frage, was Satire darf, lautet "Alles!" Schon kommt ein Aber. Nicht als Widerspruch zu des Dichters Auffassung, sondern sozusagen zur Qualitätsprüfung.
Bereits bei der WM 2006 hat der öffentlich-rechtliche Radiosender 1Live die Geschmacksnerven mit einem WM-Tagebuch von Lukas Podolski überstrapaziert. In unsäglichen Beiträgen sollten die sprachlichen Fähigkeiten des Nationalspielers durch den Kakao gezogen werden - was dabei heraus kam, war aber kein Genuss, sondern nur für den...
Da wir seit Helmut Kohl wissen, dass nur wichtig ist, was hinten dabei herauskommt, sei zitiert, was 1Live am 5. Juli 2010 abgesondert hat. Dies: „Ich bin Linksaußen. Meistens spiel' ich nach vorn, außer wenn Jogi sagt: ,Lukas, du musst auch mal hinten helfen.‘ Dann sag ich meistens: ,Ey, Babykaschmir, ich helf' dir gleich hinten. Aber warum muss ich dir eigentlich hinten helfen? Hat Hansi Flick wieder Migräne, oder was?"
Vor vier Jahren hat Lukas Podolski die Gerichte bemüht - doch er mühte sich vergeblich. Aus unerfindlichen Gründen reklamierte die ARD für derartigen Scheiß die Kunstfreiheit. Und bekam Recht. Aber aus einem eher peinlichen Grund. Der lautete: Der Versuch, Lukas Podolski lächerlich zu machen, war aus qualitativen Gründen in die Hose gegangen.
Eine weise Entscheidung. Die sich Joachim Löw in Erinnerung rufen sollte. Wer bei diesen WM-Tagebüchern auch nur an Satire denkt, der man außerdem nichts verbieten darf, beleidigt alle, die dieses Stilmittel noch beherrschen.
Ein Satiriker stellt die Wirklichkeit auf den Kopf, damit sie auf die Beine kommt. Zu dieser Wirklichkeit gehört: Gerichte müssen sich schon oft genug mit dem beschäftigen, was hinten dabei herauskommt. Joachim Löw muss da nichts mehr hinzu tun...
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